
Ein Mopedauto ist sicherer als ein Roller, aber deutlich unsicherer als ein Kleinwagen. Gurte und die geschlossene Kabine schützen vor Stürzen und Wetter. Crashtests zeigen aber, dass die Insassen bei einem schweren Unfall kaum geschützt sind: Bei Euro NCAP erreichte kein getestetes Leichtfahrzeug mehr als zwei von fünf Sternen, und bei einem Dekra-Test mit nur 45 km/h ermittelten die Prüfer Belastungen, die für Menschen wohl tödlich gewesen wären. Hier steht, was die Tests zeigen, was das für Eltern bedeutet und wie man das Risiko senkt.
Warum Mopedautos schlechter schützen
Für Leichtkraftfahrzeuge der Klassen L6e und L7e gelten nicht die gleichen Sicherheitsvorschriften wie für Pkw. Crashtests sind nicht vorgeschrieben, Airbag, ESP und ABS fehlen oft oder sind nur gegen Aufpreis zu haben. Dazu kommt das Gewicht: Ein Mopedauto der Klasse L6e darf höchstens 425 kg wiegen. Aixam erklärte, dass sich viele heutige Sicherheitstechniken bei diesem Gewicht „technisch nicht umsetzen“ lassen.
Das Problem ist weniger die eigene Geschwindigkeit als der Unfallgegner: Ein Kleinwagen wiegt mehr als das Doppelte, ein SUV oder Lkw ein Vielfaches.
Was die Crashtests zeigen
Euro NCAP (2016) Euro NCAP testete vier Leichtfahrzeuge mit einem Frontal- und einem Seitenaufprall bei 50 km/h:
| Fahrzeug | Sterne | Gesamtwertung |
|---|---|---|
| Aixam Crossover GTR | 1 von 5 | 25 % |
| Microcar M.GO Family | 1 von 5 | 28 % |
| Bajaj Qute | 1 von 5 | 28 % |
| Chatenet CH30 | 2 von 5 | 38 % |
| Toyota iQ (Kleinwagen zum Vergleich) | 5 von 5 | 75 % |
Euro NCAP fasste zusammen, der Schutz für den Fahrer sei „generell immer noch sehr gering“. Der optionale Fahrer-Airbag im Microcar M.GO schützte im Test nicht wirksam. Schon 2014 hatten vier andere Leichtfahrzeuge nur null bis zwei Sterne erreicht.
Dekra (2024) Im Auftrag des VOX-Automagazins prallten ein Citroën Ami und ein Aixam Access mit 45 km/h gegen eine verformbare Barriere, die ein entgegenkommendes Auto simuliert. Die Messwerte der Dummys hätten laut den Prüfern für Menschen höchstwahrscheinlich tödliche Verletzungen bedeutet. Stellantis, der Konzern hinter Citroën, verwies darauf, dass Leichtfahrzeuge nicht den Regeln für Pkw unterliegen und als Alternative zu Fahrrad, Roller und Motorrad in der Stadt gedacht sind.
Wichtig zur Einordnung: Neuere Modelle wurden bisher nicht nach Euro-NCAP-Verfahren getestet. Für die aktuellen Fahrzeuge von Ligier, Fiat oder Silence gibt es keine vergleichbaren Ergebnisse.
Sicherer als ein Roller
Der ADAC hält Mopedautos trotz der schlechten Crashtests für sicherer als Roller oder Mopeds mit 45 km/h. Gurt und geschlossene Kabine verhindern weitgehend, dass man bei einem Unfall aus dem Fahrzeug und auf die Straße geschleudert wird. Dazu kommen Schutz vor Regen, Kälte und Dunkelheit und vier Räder, die nicht umkippen.
| Roller (45 km/h) | Mopedauto (L6e) | Kleinwagen | |
|---|---|---|---|
| Schutz bei Sturz | keiner | Gurt, Kabine | Gurt, Kabine, Knautschzone |
| Airbag | nein | meist nein | ja, mehrere |
| ABS / ESP | teils ABS | oft nur gegen Aufpreis / selten | Pflicht |
| Crashtest vorgeschrieben | nein | nein | ja |
| Wetterschutz | nein | ja | ja |
Angaben laut ADAC und Euro NCAP. Im Einzelfall entscheidet die Ausstattung des Modells.
So wird das Mopedauto sicherer
Beim Kauf
- ABS wählen, wenn es angeboten wird, beim Aixam City zum Beispiel gegen Aufpreis. Für Fahranfänger ist das eines der wichtigsten Extras.
- Auf gute Reifen achten, im Winter mit Alpine-Symbol. Siehe Mopedauto-Reifen.
- Nach Ausstattung wie Tagfahrlicht, Rückfahrkamera und gut einstellbaren Spiegeln fragen. Mehr in der Checkliste für die Probefahrt.
Beim Fahren
- Strecken bewusst wählen: Der ADAC rät von langen Fahrten auf Landstraßen und von Nachtfahrten ab. Lieber Nebenstraßen und Wirtschaftswege nutzen, wo erlaubt.
- Abstand halten und früh bremsen, gerade bei Nässe und Glätte. Mehr in Mopedauto im Winter.
- Handy weg und keine Ablenkung durch Mitfahrer.
- Nicht entdrosseln: Die Fahrzeuge sind für 45 km/h gebaut. Siehe Mopedauto entdrosseln.
Training Ein Fahrsicherheitstraining lohnt sich gerade im ersten Jahr. Dort üben Jugendliche Vollbremsung und Ausweichen in sicherer Umgebung.
Welche Regeln gelten und wo man fahren darf, steht in Verkehrsregeln fürs Mopedauto.
Weitere Punkte für Eltern stehen im Ratgeber für Eltern, Argumente für und gegen ein Mopedauto in Mopedauto mit 15: 9 gute Gründe.
Was nach einem Unfall zu tun ist, steht in Unfall mit dem Mopedauto: Was tun und wer zahlt?.
Alle Zahlen zu Bestand, Unfällen und Crashtests stehen in Mopedautos in Deutschland: Zahlen und Statistiken.
Quellen
- Euro NCAP: Quadricycle Safety at a Standstill (2016)
- Motor1: Kleinstfahrzeuge im Euro-NCAP-Crashtest
- echo24: Dekra-Crashtest mit Citroën Ami und Aixam (Dezember 2024)
- ADAC: AM-Führerschein ab 15
Häufige Fragen
Wie sicher ist ein Mopedauto?
Sicherer als ein Roller, aber deutlich unsicherer als ein Kleinwagen. Gurte und Kabine schützen vor Stürzen und Wetter. In Crashtests schnitten Mopedautos aber schlecht ab: Bei Euro NCAP erreichte keines mehr als zwei von fünf Sternen, und bei einem Dekra-Test mit 45 km/h wären die Belastungen für die Insassen wohl tödlich gewesen.
Müssen Mopedautos einen Crashtest bestehen?
Nein. Für Leichtkraftfahrzeuge der Klassen L6e und L7e sind Crashtests wie bei Pkw nicht vorgeschrieben. Die Hersteller verweisen darauf, dass sich viele Sicherheitstechniken bei einem Höchstgewicht von 425 Kilogramm kaum umsetzen lassen.
Ist ein Mopedauto sicherer als ein Roller?
Laut ADAC ja. Gurt und geschlossene Kabine verhindern weitgehend, dass man bei einem Unfall auf die Straße geschleudert wird. Gegenüber einem normalen Auto ist ein Mopedauto aber klar im Nachteil.
Was macht ein Mopedauto sicherer?
ABS als Extra, wenn verfügbar, gute Reifen, Licht am Tag, eine vorsichtige Fahrweise, lange Landstraßenfahrten und Nachtfahrten möglichst vermeiden und ein Fahrsicherheitstraining. Dazu klare Regeln mit dem Kind, etwa beim Handy und bei Mitfahrern.