Mopedauto-Kompass

    Mopedauto Probefahrt: Checkliste und Fragen für den Händlerbesuch

    Redaktion·Veröffentlicht am ·4 Min. Lesezeit

    Teil des Ratgebers: Mopedauto kaufen und Kosten
    Fahrerin im Innenraum des Opel Rocks mit Lenkrad und Handyhalterung
    Foto: Opel / Stellantis Media

    Eine Probefahrt zeigt, ob ein Mopedauto im Alltag passt: Sitzposition, Lautstärke, Federung, Heizung und wie es sich bei 45 km/h im echten Verkehr anfühlt. Fahren darf nur, wer einen Führerschein hat, also das Kind mit Klasse AM oder ein Elternteil mit Pkw-Führerschein. Am meisten bringt die Probefahrt auf dem späteren Schulweg, mit einer Liste an Fragen für den Händler. Beides findet ihr hier.

    Vor dem Termin

    Modelle vorauswählen: Zwei bis drei Modelle, die zu Budget und Strecke passen. Eine Übersicht mit Preisen und Reichweiten gibt es in Die besten Mopedautos und Alle Modelle.

    Termin vereinbaren: Nicht jeder Händler hat jedes Modell als Vorführwagen. Wo es welche Marke gibt, steht in Mopedauto-Händler finden. Ruft vorher an und fragt, welche Version da ist, also Diesel oder Elektro, und welche Ausstattung.

    Wer fährt? Für eine Probefahrt auf öffentlichen Straßen braucht der Fahrer einen gültigen Führerschein. Hat das Kind den Führerschein AM noch nicht, fährt ein Elternteil. Die Pkw-Klasse B schließt AM ein. Das Kind sitzt dann daneben und probiert Sitzposition, Einstieg und Bedienung aus. Mehr dazu im Ratgeber Führerschein fürs Mopedauto.

    Mitbringen: Führerschein und Ausweis. Bei Minderjährigen kommt ein Elternteil mit, denn Verträge schließen ohnehin die Eltern ab.

    Checkliste: Worauf ihr bei der Probefahrt achtet

    Im Stand

    • Einsteigen und Aussteigen: Geht das bequem, auch mit Schulrucksack? Wie schwer gehen die Türen?
    • Sitzposition: Lässt sich der Sitz verstellen? Erreicht der Fahrer Pedale und Lenkrad entspannt? Gerade bei den kleinen Modellen lassen sich Sitze oft nur wenig verstellen, deshalb sollte der spätere Fahrer selbst Probe sitzen.
    • Sicht: Wie gut sind Spiegel und Rundumsicht? Gibt es eine Rückfahrkamera?
    • Platz: Passen Schultasche, Sporttasche oder ein Einkauf in den Kofferraum oder hinter die Sitze?
    • Bedienung: Licht, Blinker, Scheibenwischer, Gebläse und Warnblinker ohne langes Suchen finden.
    • Handy und App: Gibt es eine Halterung, USB-Anschluss und eine App für Akkustand oder Standort?

    Beim Fahren

    • Anfahren und Beschleunigen: Wie zügig erreicht das Mopedauto 45 km/h, auch bergauf?
    • Bremsen: Mehrmals kräftig bremsen. Zieht das Fahrzeug zur Seite? Gibt es ABS?
    • Lenkung und Wendekreis: Einmal wenden und einparken. Gerade in der Stadt zählt das.
    • Federung: Über Kopfsteinpflaster oder Bodenwellen fahren. Mopedautos sind meist hart gefedert.
    • Lautstärke: Wie laut ist es innen bei 45 km/h? Kann man sich noch unterhalten? Diesel sind deutlich lauter als Elektro.
    • Heizung und Gebläse: Gerade im Herbst und Winter ausprobieren. Beim Citroën Ami gibt es zum Beispiel nur ein Gebläse für die Frontscheibe, keine Heizung. Mehr dazu in Mopedauto im Winter.
    • Im Verkehr: Wie fühlt es sich an, wenn Autos und Lkw überholen? Ist die Strecke für 45 km/h geeignet?

    Bei Elektro-Mopedautos zusätzlich

    • Laden: Ladekabel zeigen lassen. Passt es an die Steckdose zu Hause? Wie lange dauert eine volle Ladung?
    • Reichweite: Was zeigt das Display nach der Probefahrt an? Die Normreichweite ist im Alltag, vor allem im Winter, oft geringer.

    Fragen an den Händler

    ThemaWas ihr fragen solltet
    PreisGibt es einen Hauspreis oder Rabatt? Was kostet die Überführung? Gibt es Vorführwagen günstiger?
    LieferungWie lange ist die Lieferzeit für die gewünschte Farbe und Ausstattung?
    GarantieWie lange gilt die Garantie auf Fahrzeug und Akku? Was ist ausgeschlossen?
    WartungWie oft muss das Mopedauto zur Inspektion, und was kostet sie ungefähr?
    WerkstattWo ist die nächste Werkstatt für dieses Modell? Gibt es ein Ersatzfahrzeug bei längeren Reparaturen?
    ErsatzteileWie schnell kommen typische Teile wie Spiegel, Scheiben oder Reifen?
    KennzeichenKümmert sich der Händler um das Versicherungskennzeichen, oder macht ihr das selbst?
    ZubehörSind Ladekabel, Fußmatten und Winterreifen dabei oder kosten sie extra?
    FinanzierungWelche Konditionen gibt es für Finanzierung oder Leasing? Wie hoch sind Anzahlung und Schlussrate?
    InzahlungnahmeNimmt der Händler einen Roller oder ein altes Mopedauto in Zahlung?

    Notiert euch die Antworten, am besten für jedes Modell auf einem eigenen Zettel. So lassen sich die Angebote später fair vergleichen.

    Nach der Probefahrt

    Nicht sofort unterschreiben. Besprecht zu Hause, was euch gefallen hat und was nicht, und vergleicht die Angebote. Rechnet dabei die laufenden Kosten mit: Versicherung, Strom oder Diesel und Wartung. Das geht schnell mit dem Mopedauto-Kostenrechner, alle Posten im Detail stehen in Was kostet ein Mopedauto im Jahr?.

    Holt vor dem Kauf auch ein Angebot für die Versicherung ein. Für Fahrer unter 18 unterscheiden sich die Beiträge deutlich, siehe Mopedauto-Versicherung. Ob Kauf, Finanzierung oder Leasing besser passt, zeigt der Ratgeber Mopedauto kaufen.

    Gebraucht kaufen? Bei Privatverkäufern gelten zusätzliche Punkte, etwa Zustand, Wartungsnachweise und Drosselung. Alles dazu steht in der Checkliste zum Gebrauchtkauf.

    Quellen

    Häufige Fragen

    Darf man ohne Führerschein eine Probefahrt mit dem Mopedauto machen?

    Nicht auf öffentlichen Straßen. Für die Probefahrt braucht der Fahrer einen gültigen Führerschein, also mindestens AM. Hat das Kind noch keinen, fährt ein Elternteil mit Pkw-Führerschein, denn die Klasse B schließt AM ein. Das Kind kann daneben sitzen und Sitzposition, Platz und Bedienung ausprobieren.

    Wie lange sollte eine Probefahrt dauern?

    Mindestens 20 bis 30 Minuten, besser auf der echten Strecke, also dem Schulweg oder dem Weg zur Ausbildung. Manche Händler verleihen Vorführwagen auch für einen Tag oder ein Wochenende. Fragen lohnt sich.

    Was sollte man den Händler beim Mopedauto fragen?

    Nach Hauspreis und Überführungskosten, Lieferzeit, Garantie auf Fahrzeug und Akku, Wartungskosten, der nächsten Werkstatt, Ersatzfahrzeug bei Reparatur, Vorführwagen und den Konditionen für Finanzierung oder Leasing.

    Wer haftet bei einem Unfall während der Probefahrt?

    Das regelt der Händler. Meist ist das Fahrzeug über ihn versichert, bei Schäden kann aber eine Selbstbeteiligung anfallen. Lasst euch vor der Fahrt erklären, was gilt, und lest die Probefahrt-Vereinbarung, bevor ihr unterschreibt.