Mopedauto-Kompass

    Auto ab 16: Welche Autos darf man mit 16 fahren?

    Redaktion·Veröffentlicht am ·4 Min. Lesezeit

    Teil des Ratgebers: Auto ab 15
    Grauer Ligier JS50 der neuen Generation vor einem Altbau, schräg von vorne
    Foto: Ligier Group

    Mit 16 darf man in Deutschland kein normales Auto fahren, aber es gibt zwei Möglichkeiten mit Dach und vier bzw. drei Rädern: ein Mopedauto mit dem Führerschein AM, das man schon ab 15 fahren darf, und bestimmte dreirädrige Fahrzeuge mit Autokarosserie mit dem Führerschein A1. Einen Pkw gibt es erst ab 17 mit Begleitung. Hier steht, was genau erlaubt ist und was sich lohnt.

    Was darf man mit 16 fahren? Die Übersicht

    FührerscheinabWas man fahren darfHöchsttempo
    AM15Mopedautos (L6e), Roller, Mopeds45 km/h
    A116Leichtkrafträder bis 125 cm³ und 11 kW, dreirädrige Fahrzeuge bis 15 kWkein festes Limit
    T16Traktoren und Zugmaschinen, nur für Land- und Forstwirtschaftje nach Fahrzeug
    B mit Begleitung (BF17)17Pkw, nur mit eingetragener Begleitpersonwie Pkw
    B18Pkw, Leichtfahrzeuge der Klasse L7ewie Pkw

    Angaben laut ADAC, AutoScout24 und Fahrerlaubnis-Verordnung, Stand Oktober 2026.

    Mopedauto: das „Auto ab 16“ für die meisten

    Für die meisten Jugendlichen ist das Mopedauto die naheliegende Wahl. Es zählt zur Klasse L6e, fährt höchstens 45 km/h und darf mit dem Führerschein AM gefahren werden. Den kann man in Deutschland schon mit 15 machen. Bis zum 16. Geburtstag gilt er allerdings nur in Deutschland. Ab 16 fällt diese Einschränkung weg.

    Mopedautos haben zwei Sitze, ein Dach, Gurte und Heizung bzw. Gebläse, und es gibt sie als Elektro oder Diesel. Neu kosten sie ab knapp 8.000 €. Eine Übersicht steht in Auto ab 15 und in Die besten Mopedautos, alle Modelle unter Modelle.

    Wer mit 16 anfängt, hat noch ein bis zwei Jahre bis zum Pkw-Führerschein. Ob sich das lohnt, rechnet der Mopedauto-Kostenrechner aus.

    Dreirad-Autos mit dem Führerschein A1

    Der Führerschein A1 ab 16 ist eigentlich ein Motorradführerschein für Leichtkrafträder bis 125 cm³. Er erlaubt aber auch dreirädrige Kraftfahrzeuge mit bis zu 15 kW. Darunter fallen einige Fahrzeuge mit Autokarosserie, deren Hinterräder so eng zusammenstehen, dass sie rechtlich als ein Rad zählen. Bekanntestes Beispiel ist der zum Dreirad umgebaute Fiat 500 („Ellenator“).

    Vorteile: schneller als 45 km/h und ein richtiges Auto-Gefühl.

    Nachteile: Solche Umbauten sind selten und teuer, die Auswahl ist sehr klein. Außerdem ist der Führerschein A1 mit Pflichtstunden und Sonderfahrten deutlich aufwendiger als AM. Und weil die Fahrzeuge schneller sind, steigen auch Versicherung und Risiko. Vor dem Kauf unbedingt prüfen, ob das Fahrzeug als dreirädriges Kraftfahrzeug (Klasse L5e) zugelassen ist.

    Leichtfahrzeuge mit 60 bis 90 km/h?

    Schnellere Leichtfahrzeuge der Klasse L7e, etwa der Microlino mit 90 km/h, darf man in Deutschland nur mit dem Pkw-Führerschein Klasse B fahren. Mit 16 kommen sie also nicht infrage. Mehr dazu in Mopedauto mit 60 oder 80 km/h und in Leichtkraftfahrzeug einfach erklärt.

    Begleitetes Fahren: ab 17, nicht ab 16

    Einen normalen Pkw darf man in Deutschland ab 17 mit Begleitung fahren (BF17), allein ab 18. Ein „Führerschein mit 16“ mit Begleitung wurde politisch mehrfach diskutiert. Nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums lässt das EU-Recht das derzeit aber nicht zu. Die neue EU-Führerscheinrichtlinie bestätigt das begleitete Fahren ab 17, ein Fahren ab 16 sieht sie nicht vor.

    Tipp: Mit der Ausbildung für die Klasse B kann man schon mit 16 beginnen. Wer früh startet, kann mit 17 direkt begleitet losfahren. Vorher gesammelte Fahrpraxis mit dem Mopedauto hilft dabei, siehe Mopedauto mit 15: 9 gute Gründe.

    Was lohnt sich mit 16?

    SituationUnsere Einschätzung
    Schulweg oder Ausbildung, wenig BusverbindungMopedauto mit Führerschein AM
    Kurze Strecken in der Stadt, wenig BudgetRoller (ebenfalls AM) oder Bus
    Längere Strecken auf LandstraßenA1-Dreirad nur in Ausnahmefällen, eher Mopedauto bis zum BF17
    Mit 17 begleitet fahrenAusbildung für Klasse B mit 16 beginnen

    Quellen

    Häufige Fragen

    Welches Auto darf man mit 16 fahren?

    Mit dem Führerschein AM ein Mopedauto der Klasse L6e mit höchstens 45 km/h, zum Beispiel Citroën Ami, Fiat Topolino, Ligier oder Aixam. Mit dem Führerschein A1 außerdem bestimmte dreirädrige Fahrzeuge bis 15 kW. Einen normalen Pkw darf man erst ab 17 mit Begleitung fahren.

    Darf man mit dem A1-Führerschein Auto fahren?

    Einen normalen Pkw nicht. Die Klasse A1 erlaubt neben Leichtkrafträdern bis 125 cm³ und 11 kW auch dreirädrige Kraftfahrzeuge bis 15 kW. Darunter fallen einige Dreirad-Fahrzeuge mit Autokarosserie, etwa umgebaute Fiat 500 mit eng zusammenstehenden Hinterrädern.

    Gibt es begleitetes Fahren ab 16?

    Nein. In Deutschland ist begleitetes Fahren ab 17 möglich. Ein Führerschein mit 16 wurde politisch diskutiert, ist nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums aber durch EU-Recht nicht zulässig. Die Ausbildung für die Klasse B kann man jedoch schon mit 16 beginnen.

    Darf man mit 16 ein Mopedauto im Ausland fahren?

    Ja. Die Einschränkung auf Deutschland gilt beim Führerschein AM nur bis zum 16. Geburtstag. Ab 16 gilt die Klasse AM wie in den anderen EU-Ländern, die Altersgrenzen vor Ort sollte man trotzdem prüfen.