Mopedauto-Kompass

    Leichtkraftfahrzeug: L6e und L7e einfach erklärt

    Redaktion·Veröffentlicht am ·4 Min. Lesezeit

    Teil des Ratgebers: Auto ab 15
    Silberner Aixam City schräg von vorne vor einer Steinmauer
    Foto: Aixam

    Ein Leichtkraftfahrzeug ist ein kleines vierrädriges Kraftfahrzeug, das rechtlich nicht als Pkw gilt. Die EU teilt es in zwei Klassen: L6e mit höchstens 45 km/h, im Alltag „Mopedauto“ genannt und ab 15 mit dem Führerschein AM erlaubt, und L7e mit bis zu 90 km/h, für die man den Pkw-Führerschein braucht. Die Klasse entscheidet über Führerschein, Kennzeichen, TÜV und Kosten.

    L6e und L7e im Vergleich

    L6eL7e
    Bezeichnungleichtes vierrädriges Kfz, Mopedautoschweres vierrädriges Kfz, Leichtfahrzeug
    Höchstgeschwindigkeit45 km/hbis 90 km/h (L7e-C)
    Gewicht laut EUbis 425 kgbis 450 kg (Personen), 600 kg (Güter)
    Leistungbis 6 kW (L6e-B)bis 15 kW
    Sitzplätzebis 2bis 4 (L7e-CP)
    FührerscheinAM, ab 15B, ab 17 mit Begleitung oder 18
    Zulassungzulassungsfreizulassungspflichtig
    KennzeichenVersicherungskennzeichenamtliches Kennzeichen
    Hauptuntersuchung (TÜV)keineja
    Kfz-Steuerkeineja, für Elektrofahrzeuge befristete Befreiung
    BeispieleCitroën Ami, Fiat Topolino, Ligier Myli, Aixam CityMicrolino, Silence S04 L7e, Ligier Myli L7e

    Grenzwerte laut EU-Verordnung 168/2013, Anhang I. Angaben zu Zulassung und Steuer laut Fachpresse und Hersteller, Stand Oktober 2026.

    Die Klasse L6e: das Mopedauto

    Die Klasse L6e umfasst leichte vierrädrige Fahrzeuge mit höchstens 45 km/h und bis zu zwei Sitzplätzen. Für Pkw-ähnliche Mopedautos gilt die Unterklasse L6e-B mit bis zu 6 kW Leistung. Daneben gibt es L6e-A für kleine Straßen-Quads.

    Das Besondere: Seit dem 28. Juli 2021 dürfen Jugendliche mit dem Führerschein AM schon ab 15 ein solches Fahrzeug fahren, bis zum 16. Geburtstag allerdings nur in Deutschland. Mopedautos brauchen keine Zulassung, sondern ein Versicherungskennzeichen, das jedes Jahr zum 1. März erneuert wird. Hauptuntersuchung und Kfz-Steuer fallen nicht an.

    Autobahnen und Kraftfahrstraßen sind tabu, weil dort nur Fahrzeuge mit bauartbedingt mehr als 60 km/h fahren dürfen.

    Mehr dazu in Auto ab 15, Führerschein fürs Mopedauto und Mopedauto-Versicherung.

    Die Klasse L7e: schneller, aber mit Pkw-Führerschein

    Die Klasse L7e umfasst schwerere vierrädrige Fahrzeuge. Für Pkw-ähnliche Leichtfahrzeuge gilt die Unterklasse L7e-C mit bis zu 90 km/h und 15 kW. Daneben gibt es L7e-A und L7e-B für schwere Quads und Buggys.

    Für L7e braucht man in Deutschland den Pkw-Führerschein Klasse B. Die Fahrzeuge müssen zugelassen werden, bekommen ein amtliches Kennzeichen und müssen zur Hauptuntersuchung. Die Versicherung ist teurer als beim Mopedauto. Für reine Elektrofahrzeuge gilt eine zeitlich befristete Befreiung von der Kfz-Steuer, die genauen Bedingungen nennt der Zoll.

    Welche Modelle es gibt, steht in Mopedauto mit 60 oder 80 km/h.

    Wie finde ich heraus, welche Klasse mein Fahrzeug hat?

    Die Fahrzeugklasse steht in der Übereinstimmungsbescheinigung (COC) bzw. in den Fahrzeugpapieren, meist im Feld „Fahrzeugklasse“ oder „Klasse“. Beim Kauf, vor allem gebraucht, lohnt der Blick darauf:

    • Manche Modelle gibt es in beiden Klassen, etwa Silence S04, Ligier Myli oder Ligier JS60. Für 15- bis 17-Jährige ohne Klasse B kommt nur die L6e-Version infrage.
    • Der Microlino Lite ist ein L6e-Fahrzeug, kann aber per Software-Upgrade zum L7e-Fahrzeug werden. Danach braucht man den Pkw-Führerschein. Mehr in Microlino Lite.
    • Ältere Fahrzeuge können nach früheren Regeln eingestuft sein. Im Zweifel klärt die Zulassungsstelle oder der Händler die Einstufung.

    Und was ist mit Dreirädern?

    Dreirädrige Fahrzeuge gehören zu anderen Klassen: kleine dreirädrige Kleinkrafträder bis 45 km/h zur Klasse L2e, die man ebenfalls mit AM fahren darf, und schnellere dreirädrige Kraftfahrzeuge zur Klasse L5e. Für diese reicht bis 15 kW der Führerschein A1 ab 16. Mehr dazu in Auto ab 16.

    Quellen

    Häufige Fragen

    Was ist ein Leichtkraftfahrzeug?

    Ein Leichtkraftfahrzeug ist ein vierrädriges Kraftfahrzeug, das leichter und schwächer ist als ein Pkw. Die EU unterscheidet leichte vierrädrige Fahrzeuge der Klasse L6e mit höchstens 45 km/h, die sogenannten Mopedautos, und schwere vierrädrige Fahrzeuge der Klasse L7e mit bis zu 90 km/h.

    Welchen Führerschein braucht man für ein Leichtkraftfahrzeug?

    Für die Klasse L6e reicht der Führerschein AM, den man ab 15 machen kann. Für die Klasse L7e braucht man in Deutschland den Pkw-Führerschein Klasse B, also ab 17 mit Begleitung oder ab 18.

    Brauchen Leichtkraftfahrzeuge TÜV?

    Mopedautos der Klasse L6e sind zulassungsfrei, fahren mit Versicherungskennzeichen und müssen nicht zur Hauptuntersuchung. Fahrzeuge der Klasse L7e brauchen eine Zulassung mit amtlichem Kennzeichen und müssen regelmäßig zur Hauptuntersuchung.

    Wie schwer darf ein Leichtkraftfahrzeug sein?

    Laut EU-Verordnung 168/2013 höchstens 425 kg in der Klasse L6e. In der Klasse L7e sind es 450 kg für Fahrzeuge zur Personenbeförderung und 600 kg für Fahrzeuge zum Gütertransport.