Mopedauto-Kompass

    Microcar: Was ist das, welche Modelle gibt es, was kosten sie?

    Redaktion·Geprüft und aktualisiert am ·4 Min. Lesezeit

    Teil des Ratgebers: Mopedauto-Ratgeber
    Zwei Ligier Myli, Nachfolger der Microcar-Modelle, mit Jugendlichen
    Foto: Ligier Group

    „Microcar“ meint zwei Dinge: umgangssprachlich jedes sehr kleine Auto, meist ein Mopedauto mit 45 km/h, und außerdem eine französische Marke, die zu Ligier gehört und inzwischen eingestellt wurde. Wer heute ein Microcar ab 15 sucht, hat die Wahl zwischen Elektro-Modellen wie Citroën Ami oder Fiat Topolino ab 7.990 € und klassischen Modellen von Ligier und Aixam ab gut 10.000 €.

    Microcar: Begriff und Marke

    Als Begriff steht „Microcar“ für Kleinstautos, die rechtlich keine Pkw sind, sondern Leichtkraftfahrzeuge. Es gibt zwei Klassen:

    L6e (Mopedauto)L7e (schweres Leichtfahrzeug)
    Höchstgeschwindigkeit45 km/hbis 90 km/h
    FührerscheinAM, ab 15B (Pkw)
    Leergewichtbis 425 kgbis 450 kg
    BeispieleAmi, Rocks, Topolino, Myli, JS50Microlino, S04 L7e

    Leergewicht bei Elektroautos jeweils ohne Akku. Für Jugendliche ab 15 kommt nur die Klasse L6e infrage. Mehr zu den schnelleren Fahrzeugen im Ratgeber Mopedauto mit 60 oder 80 km/h.

    Als Marke war Microcar einer der großen französischen Hersteller von Leichtfahrzeugen. Bekannte Modelle waren MC1 und MC2, später M.Go und Dué. 2008 übernahm Ligier das Unternehmen. 2024 kündigte Ligier an, die Marke Microcar einzustellen und alles unter dem Namen Ligier weiterzuführen. Das Microcar-Werk in Montaigu wurde Anfang 2025 geschlossen.

    Welche Microcars gibt es neu?

    Neu kaufen kann man 2026 vor allem diese Modelle mit 45 km/h:

    ModellAntriebNeupreis abReichweite elektrisch
    Citroën AmiElektro7.990 €75 km
    Opel RocksElektro7.990 €75 km
    Fiat TopolinoElektro9.990 €75 km
    Silence S04Elektro, Wechselakku9.990 €bis 100 km
    Ligier MyliDiesel oder Elektro12.499 €bis 159 km
    Aixam CityDiesel oder Elektro14.290 €75 km
    Ligier JS50Diesel oder Elektro15.199 €bis 153 km
    Ligier JS60Diesel oder Elektro16.499 €bis 164 km

    Dazu kommt der Microlino Lite mit 45 km/h ab 17.990 €. Sein Isetta-Look mit Fronttür macht ihn zum auffälligsten Microcar, er ist aber auch das teuerste. Eine Besonderheit: In Deutschland kann man ihn später per Software-Update für 690 € auf 90 km/h freischalten lassen, sobald der Fahrer den Pkw-Führerschein hat.

    Alle Modelle mit Daten findest du in der Modellübersicht, unsere Empfehlungen je nach Einsatz in Die besten Mopedautos.

    Microcar gebraucht kaufen

    Weil die Marke Microcar jahrzehntelang zu den größten Herstellern gehörte, gibt es viele gebrauchte Modelle, vor allem den M.Go und den Dué, meist mit Dieselmotor. Ein M.Go um Baujahr 2014 kostet oft um 7.000 €, ältere Diesel-Leichtfahrzeuge gibt es ab etwa 4.500 €.

    Worauf du achten solltest:

    • Ersatzteile und Werkstatt: Viele Ligier-Händler betreuen auch Microcar-Modelle. Frag vor dem Kauf, wo es in deiner Nähe eine Werkstatt gibt.
    • Klasse prüfen: Im Fahrzeugschein oder COC-Papier muss L6e stehen, wenn ein 15-Jähriger fahren soll.
    • Nicht entdrosselt: Fährt das Fahrzeug spürbar schneller als 45 km/h, Finger weg.
    • Diesel-Verschleiß: Antriebsriemen, Variomatik, Ölwechsel nachweisen lassen.

    Alle Punkte zum Abhaken stehen in der Checkliste zum Gebrauchtkauf.

    Microcar leasen

    Viele neue Microcars gibt es auch im Leasing. Bei Citroën Ami und Opel Rocks liegen die Raten ab etwa 45 bis 70 € im Monat, klassische Modelle von Ligier und Aixam sind deutlich teurer. Wie Leasing für 15-Jährige funktioniert und worauf Eltern achten müssen, steht im Ratgeber Mopedauto leasen.

    Die Marken im Überblick

    Citroën, Opel und Fiat: Ami, Rocks und Topolino stammen aus dem Stellantis-Konzern und teilen sich die Technik. Sie sind die günstigsten Elektro-Mopedautos und die meistgesuchten Modelle. Wie sie sich unterscheiden, steht im Vergleich Ami vs. Rocks vs. Topolino.

    Ligier: Myli, JS50 und JS60, wahlweise Diesel oder Elektro mit bis zu 164 km Reichweite. Alle Modelle und Preise unter Ligier.

    Aixam: Easy, City, Coupé und Crossover, als Diesel oder Elektro. Die komplette Preisliste steht unter Aixam.

    Silence: Der S04 mit herausnehmbarem Akku, verkauft über Nissan-Händler.

    Microlino: Der Microlino Lite im Stil der BMW Isetta, mit Fronttür und Upgrade auf 90 km/h ab 18.

    Welches Modell für welchen Zweck passt, steht in Die besten Mopedautos.

    Welche Hersteller es außer Ligier und Microcar gibt, steht in Mopedauto-Marken im Überblick.

    Quellen

    Alles zum Thema Modelle und Marken

    Alle Modelle

    Häufige Fragen

    Was ist ein Microcar?

    Umgangssprachlich ein sehr kleines Auto, meist ein Leichtkraftfahrzeug der Klasse L6e (45 km/h, ab 15 mit Führerschein AM) oder L7e (bis 90 km/h, mit Pkw-Führerschein). Microcar ist außerdem der Name eines französischen Herstellers, der zu Ligier gehört.

    Gibt es die Marke Microcar noch?

    Nein. Ligier hat 2024 angekündigt, die Marke Microcar einzustellen und sich auf die Marke Ligier zu konzentrieren. Das Werk in Montaigu wurde Anfang 2025 geschlossen. Gebrauchte Microcar-Modelle wie der M.Go sind aber weiter verbreitet.

    Was kostet ein Microcar?

    Neue Mopedautos kosten 2026 zwischen 7.990 Euro (Citroën Ami, Opel Rocks) und rund 17.000 Euro (Ligier JS60). Gebrauchte Microcar M.Go aus der Zeit um 2014 liegen oft um 7.000 Euro, ältere Diesel gibt es ab etwa 4.500 Euro.

    Welches Microcar darf man mit 15 fahren?

    Alle Leichtkraftfahrzeuge der Klasse L6e mit höchstens 45 km/h, zum Beispiel Citroën Ami, Opel Rocks, Fiat Topolino, Silence S04, Ligier Myli, Ligier JS50 oder Aixam City. Man braucht dafür den Führerschein AM.

    Ist der Microlino ein Microcar ab 15?

    Nur in der Version Microlino Lite mit 45 km/h (ab 17.990 Euro). Der normale Microlino fährt bis 90 km/h, gehört zur Klasse L7e und braucht den Pkw-Führerschein.