
Mopedautos kommen von einer überschaubaren Zahl an Herstellern, die meisten aus Frankreich. Die klassischen Spezialisten sind Aixam und Ligier (mit der Marke Microcar). Seit einigen Jahren mischen große Konzerne mit: Citroën, Opel und Fiat bieten günstige Elektro-Stadtmodelle an. Dazu kommen Silence aus Spanien und Microlino aus der Schweiz. Hier sind alle wichtigen Marken mit Herkunft, Modellen und Preisen.
Alle Marken auf einen Blick
| Marke | Herkunft | Modelle mit 45 km/h (L6e) | Neupreis ab |
|---|---|---|---|
| Aixam | Frankreich | Easy, City, Coupé, Crossover | 10.590 € |
| Ligier | Frankreich | Myli, JS50, JS60 | 12.499 € |
| Citroën | Frankreich (Stellantis) | Ami | 7.990 € |
| Opel | Deutschland (Stellantis) | Rocks | 7.990 € |
| Fiat | Italien (Stellantis) | Topolino | 9.990 € |
| Silence | Spanien | S04 | 9.990 € |
| Microlino | Schweiz | Microlino Lite | 17.990 € |
| Chatenet | Frankreich | u. a. CH30 und CH46 | auf Anfrage |
| Casalini | Italien | 650 | ab 19.990 € (Importeur) |
Preise laut Herstellern, Preislisten und Händlern, Stand Oktober 2026. Bei Ligier, Silence und Microlino Händlerpreise. Kleinere Marken sind oft nur über einzelne Importeure erhältlich.
Die klassischen Spezialisten
Aixam wurde 1983 gegründet und sitzt in Aix-les-Bains in den französischen Alpen. 2013 stieg der US-Konzern Polaris bei Aixam ein. Aixam ist einer der größten Hersteller von Leichtfahrzeugen in Europa und baute laut Wikipedia 2023 über 19.000 Fahrzeuge. Die Modelle gibt es als Diesel mit Kubota-Motor oder als Elektro. Alle Preise stehen in der Aixam Preisliste.
Ligier stammt vom früheren Rennfahrer Guy Ligier und baut seit den 1980er-Jahren Leichtfahrzeuge, damals mit dem JS4. 2008 fusionierte Ligier mit Microcar zur Ligier Group. Die Fahrzeuge entstehen in zwei Werken in Frankreich, nach eigenen Angaben mehr als 15.000 im Jahr. Aktuell sind das Myli, JS50 und JS60, wahlweise Diesel oder Elektro. Mehr unter Ligier.
Microcar ist heute keine eigenständige Neuwagen-Marke mehr. Als Nachfolger gilt der Ligier Myli. Gebrauchte Microcar wie der M.Go sind aber noch häufig zu finden. Mehr dazu in Microcar.
Die Konzern-Marken
Mit dem Citroën Ami kam 2020 ein radikal einfaches Elektro-Mopedauto auf den Markt, später folgten der Opel Rocks und der Fiat Topolino. Alle drei gehören zum Stellantis-Konzern und teilen sich Plattform, Akku und Antrieb. Sie sind die günstigsten neuen Mopedautos, aber auch die einfachsten. Den Vergleich gibt es in Ami vs. Rocks vs. Topolino.
Renault hatte mit dem Twizy lange ein eigenes Leichtfahrzeug, das es auch mit 45 km/h gab. Die Produktion ist eingestellt, den Twizy gibt es nur noch gebraucht. Als Nachfolger hat Renault unter der Marke Mobilize den Duo vorgestellt, mit einer Version mit 45 km/h. Laut französischer Fachpresse hat Renault den Duo aber schon nach wenigen Monaten wieder aus dem Angebot genommen (Stand Dezember 2025). Renault hat damit derzeit kein eigenes Mopedauto im Programm.
Besondere Konzepte
Silence aus Spanien setzt beim S04 auf einen herausnehmbaren Akku, den man wie einen Rollkoffer in die Wohnung ziehen kann. In Deutschland wird der S04 über Nissan-Händler verkauft. Mehr unter Silence S04.
Microlino aus der Schweiz baut ein Fahrzeug im Stil der BMW Isetta mit Fronttür. Der Microlino Lite ist die Mopedauto-Version mit 45 km/h und lässt sich mit Pkw-Führerschein offiziell auf 90 km/h freischalten. Mehr unter Microlino Lite.
Kleinere Hersteller
Neben den großen Marken gibt es weitere, meist französische oder italienische Hersteller, etwa Chatenet, Casalini, Bellier oder JDM. Ihre Fahrzeuge sind in Deutschland seltener und werden oft nur über einzelne Importeure oder spezialisierte Händler verkauft. Der italienische Hersteller Casalini wurde 1939 gegründet. Sein Importeur nennt für 2026 Preise ab 19.990 € für das Modell 650.
Worauf achten: Bei seltenen Marken vor dem Kauf klären, wo die nächste Werkstatt ist und wie schnell Ersatzteile kommen. Siehe Mopedauto-Ersatzteile und Mopedauto-Händler finden.
Welches Modell zu welchem Zweck passt, steht in Die besten Mopedautos, alle Modelle mit Daten unter Modelle.
Quellen
- Wikipedia: Aixam (Gründung, Polaris, Produktion 2023)
- Businesscoot: Ligier Group (Microcar 2008, Werke, Produktion)
- electrive: Mobilize Duo, Twizy-Nachfolger (Oktober 2024)
- L’Automobiliste: Renault nimmt den Mobilize Duo aus dem Programm (Dezember 2025)
- tactac: Casalini, Gründung und Modelle
- Näxt24: Casalini-Importeur Deutschland, Preise 2026
- Euro NCAP: Quadricycle-Tests 2016 (Chatenet CH30)
Häufige Fragen
Welche Mopedauto-Marken gibt es?
Die bekanntesten Marken in Deutschland sind Aixam und Ligier mit klassischen Mopedautos, Citroën, Opel und Fiat mit kleinen Elektro-Stadtmodellen, Silence mit dem S04 und Microlino mit dem Lite. Dazu kommen kleinere Hersteller wie Chatenet oder Casalini sowie Gebrauchte von Microcar und Renault.
Welcher Hersteller ist Marktführer bei Mopedautos?
Die beiden größten Spezialisten kommen aus Frankreich: Aixam baute laut Wikipedia 2023 über 19.000 Fahrzeuge, die Ligier Group nach eigenen Angaben mehr als 15.000 im Jahr. Dazu kommen die Stellantis-Modelle Citroën Ami, Opel Rocks und Fiat Topolino.
Gibt es Microcar noch?
Microcar gehört seit 2008 zur Ligier Group. Neue Fahrzeuge unter dem Namen Microcar werden nicht mehr verkauft, der Ligier Myli gilt als Nachfolger. Gebrauchte Microcar wie der M.Go sind noch häufig im Angebot, Ersatzteile gibt es über Ligier-Händler.