Mopedauto-Kompass

    Mopedauto: Diesel oder Elektro? Der ehrliche Vergleich

    Redaktion·Veröffentlicht am ·4 Min. Lesezeit

    Teil des Ratgebers: Mopedauto kaufen und Kosten
    Silberner Aixam City schräg von vorne vor einer Steinmauer
    Foto: Aixam

    Für kurze Wege in der Stadt ist das Elektro-Mopedauto die bessere Wahl: leiser, günstiger im Betrieb und mit weniger Wartung. Für lange tägliche Strecken auf dem Land, ohne Steckdose am Stellplatz oder mit kleinem Budget für einen Gebrauchten bleibt der Diesel eine vernünftige Option. Bei klassischen Modellen wie dem Aixam City kosten Diesel und Elektro neu inzwischen fast gleich viel.

    Der Vergleich auf einen Blick

    ElektroDiesel
    Reichweite75 km (Stadtmodelle) bis etwa 160 km (großer Akku)350 km und mehr pro Tankfüllung
    Tanken oder Laden2,5 bis 6 Std. an der Steckdose2 Minuten an der Tankstelle
    Kosten pro 100 kmetwa 3 bis 4,50 €etwa 7,30 €
    Wartungwenig: Reifen, Bremsen, InspektionÖl, Filter, Riemen und Variomatik
    Geräuschleisedeutlich hörbar, vor allem beim Anfahren
    WinterReichweite sinkt spürbarkaum Einfluss
    Neupreisab 7.990 € (Ami, Rocks)ab 11.990 € (Aixam Easy)
    Gebrauchtmarktwenige, junge Fahrzeugesehr groß, ab etwa 4.500 €

    Was kostet das Fahren pro 100 Kilometer?

    Elektro: Der Aixam City Elektro verbraucht laut Hersteller 8,6 kWh auf 100 Kilometer, der Opel Rocks 11,9 kWh. Bei einem Strompreis von 37 Cent pro kWh sind das 3,20 € bis 4,40 €. Mit Ladeverlusten und Heizung im Winter wird es etwas mehr.

    Diesel: Der Aixam City Diesel verbraucht laut Hersteller 4,3 Liter auf 100 Kilometer. Bei 1,70 € pro Liter sind das rund 7,30 €. Rechne mit dem aktuellen Dieselpreis an deiner Tankstelle nach.

    Auf ein Jahr gerechnet:

    Fahrleistung pro JahrElektro (8,6–11,9 kWh)Diesel (4,3 l)
    3.000 kmetwa 95–130 €etwa 220 €
    5.000 kmetwa 160–220 €etwa 365 €
    8.000 kmetwa 255–350 €etwa 585 €

    Beispielrechnung mit 37 Cent pro kWh und 1,70 € pro Liter Diesel, nach Normverbrauch.

    Der Unterschied wächst mit jedem Kilometer, bleibt aber überschaubar: Bei 5.000 Kilometern im Jahr spart der Elektro etwa 150 bis 200 €. Dazu kommen geringere Wartungskosten.

    Reichweite: Wann reicht Elektro?

    Die günstigen Stadtmodelle Citroën Ami, Opel Rocks und Fiat Topolino kommen nach Norm 75 Kilometer weit. Im Winter, mit Heizung und bei Landstraßen-Tempo bleiben eher 50 bis 60 Kilometer. Für einen Schulweg von 15 Kilometern hin und zurück reicht das, wenn jeden Abend geladen wird.

    Wer täglich 40 bis 50 Kilometer und mehr fährt, braucht einen größeren Akku. Hier gibt es inzwischen Alternativen zum Diesel:

    • Ligier Myli mit 11-kWh-Akku: bis 159 km (Norm)
    • Ligier JS50 mit 12,4-kWh-Akku: bis 153 km (Norm)
    • Silence S04 mit zwei Akkus: etwa 175 km

    Diese Modelle kosten allerdings 15.000 € und mehr.

    Laden: Was man wissen muss

    Alle gängigen Elektro-Mopedautos laden an einer normalen 230-Volt-Steckdose, eine Wallbox ist nicht nötig. Die Steckdose sollte aber in gutem Zustand und abgesichert sein, weil sie stundenlang unter Last steht. Lass sie im Zweifel von einem Elektriker prüfen, vor allem in älteren Garagen.

    Das eigentliche Problem ist oft der Stellplatz: Wer an der Straße parkt oder in einer Mietwohnung ohne Garage wohnt, kommt nicht an eine Steckdose. Dann ist der Diesel die praktischere Lösung, oder ein Modell wie der Silence S04, dessen Akkus man herausnehmen und in der Wohnung laden kann.

    Wartung und Haltbarkeit

    Ein Diesel-Mopedauto braucht regelmäßig Öl, Filter und, je nach Modell, einen neuen Antriebsriemen und Teile der Variomatik. Das sind typische Verschleißteile, die beim Gebrauchtkauf genau geprüft werden sollten. Moderne Diesel von Aixam brauchen laut Hersteller aber weder AdBlue noch Partikelfilter.

    Beim Elektro bleiben vor allem Reifen, Bremsen und die vorgeschriebenen Inspektionen. Die größte Unbekannte ist der Akku: Achte auf die Garantie. Aixam gibt zum Beispiel 36 Monate auf das gesamte Fahrzeug inklusive Akku und für bestimmte Modelle 24 Monate zusätzliche Akku-Garantie.

    Gebraucht kaufen: Diesel ist in der Mehrheit

    Wer ein Mopedauto für 4.000 bis 8.000 € sucht, findet fast nur Diesel. Die klassischen Hersteller haben jahrzehntelang vor allem Dieselmodelle verkauft, Elektro-Mopedautos sind meist jünger und noch teurer. Worauf du beim Kauf achten musst, steht in der Checkliste zum Gebrauchtkauf.

    Wie viel Reichweite ihr wirklich braucht, rechnet ihr mit Reichweite von Mopedautos aus.

    Alle Elektro-Modelle mit Preis, Reichweite und Ladezeit stehen in Elektroauto ab 15.

    Quellen

    Häufige Fragen

    Ist ein Elektro-Mopedauto günstiger als ein Diesel?

    Im Betrieb ja. Ein Elektro-Mopedauto kostet nach Norm etwa 3 bis 4,50 Euro Strom auf 100 Kilometer, ein Diesel bei 4,3 Litern Verbrauch und 1,70 Euro pro Liter rund 7,30 Euro. Dazu braucht der Elektro weniger Wartung. In der Anschaffung kosten beide bei klassischen Modellen oft gleich viel.

    Wie weit kommt ein Elektro-Mopedauto?

    Die günstigen Stadtmodelle wie Citroën Ami oder Opel Rocks schaffen nach Norm 75 Kilometer. Modelle mit großem Akku wie Ligier Myli oder Ligier JS50 kommen bis etwa 150 bis 160 Kilometer. Im Winter ist es spürbar weniger.

    Braucht man für ein Elektro-Mopedauto eine Wallbox?

    Nein. Alle gängigen Elektro-Mopedautos laden an einer normalen Haushaltssteckdose. Je nach Akku dauert das zweieinhalb bis gut sechs Stunden.

    Gibt es noch Diesel-Mopedautos?

    Ja. Aixam und Ligier bieten ihre Modelle weiterhin als Diesel an, zum Beispiel Aixam City, Ligier Myli und Ligier JS50. Auf dem Gebrauchtmarkt sind Diesel sogar in der Mehrheit.